• 16.05.2013Seite Drucken

Lehrgang „Ideen Wachsen Lassen“: Modul 4

Seit November 2012 läuft der zweite Durchgang des Nachhaltigkeitslehrgangs „Ideen Wachsen Lassen“, bei dem KommEnt zusammen mit Südwind Salzburg die Lehrgangsleitung innehat. Am 19. und 20. April 2013 fand das Modul 4 zum Thema „Vielfalt“ in Seeham nördlich von Salzburg statt.


Rückblick

Zum Einstieg stellte der Senior-Chef des Seminarhauses (Bio-Hotel Schiessentobel) die Geschichte und das Umfeld seines Hofes und Hotels dar. Nachhaltigkeit hat sich hier aus der tatsächlich 400-jährigen Beschäftigung mit Landwirtschaft und ihren Herausforderungen entwickelt. Mit dem Umstieg auf Bio-Produktion hat man hier schon vor mehr als 40 Jahren begonnen.

Danach kam eine Absolventin des ersten Durchgangs zu Wort, und nahm die TeilnehmerInnen mit auf ihre ganz persönliche Reise. Adrie Danner reflektierte, wie sie die Teilnahme am ersten Lehrgang erlebt hatte, wie insbesondere die Projektarbeiten ihr Neues abverlangt hatten und wie letztlich der Besuch des Lehrgangs dazu beigetragen hat, dass sie zu ihrer neuen Aufgabe gekommen ist. Sie stellte das Projekt der FAIRTRADE-Gemeinden im Lande Salzburg vor, welches sie seit Herbst 2012 im Auftrag des Entwicklungspolitischen Beirats des Landes Salzburg koordiniert (siehe www.biofaircon.at).

Wie alles zusammenhängt


Was haben die Themenfelder Gerechtigkeit, Partizipation, Vielfalt, Fortschrittsversprechen miteinander und mit den sogenannten Säulen der Nachhaltigen Entwicklung – Ökonomie, Ökologie/Natur und Umwelt sowie Soziales, plus der Sphäre Kultur – zu tun, und welche Rolle spielen dabei Bildungsprozesse?

Ein Lehrgang zu Nachhaltigkeit berührt notgedrungen viele verschiedene Aspekte, deren vielfältige Verflechtungen nicht immer klar auf der Hand liegen. Mit Hilfe von Wollfäden konnten die TeilnehmerInnen ihre persönlichen Verbindungen und ihnen in diesem Zusammenhang wichtige Aspekte verknüpfen und der Gruppe darlegen.



Elisabeth-Marie Mars: Unser Bild der Welt…

„Genauso wenig wie Globalisierung eine einheitliche Weltsicht hervorbringt, genauso wenig können Globales Lernen oder Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung eine einheitliche Weltsicht vermitteln.“

Elisabeth Marie Mars, von der dieses Zitat stammt, leitet seit vielen Jahren die von ihr gegründete Arbeitsstelle Weltbilder in Münster in Nordrhein-Westfalen. Das zentrale Thema ihrer Arbeit ist die Frage nach dem Bild, das wir uns von der Welt machen (wie entsteht es? wie entwickelt es sich? wie kann man es beeinflussen?) und wie und was wir an diesen Bildern der Welt lernen können (mehr dazu unter www.arbeitsstelle-weltbilder.de ).

Dabei kommt es immer auch darauf an, dass Form und Inhalt zusammenpassen – beides soll „glänzen“! Elisabeth Marie Mars begann daher mit einem Überblick über von ihr sehr geschätzte Formate (darunter kommunikative Wettbewerbe wie „100 Bilder – 100 Orte“ oder „100 Ideen, um die Welt ein bisschen besser zu machen“), Ausstellungen, Lesungen, u.a.

In der nächsten Einheit führte sie die TeilnehmerInnen in die Methode des World Mapping ein, bei der die TeilnehmerInnen mittels Collagen ihr ganz persönliches Bild der Welt gestalten können und den andern vorstellen können.

Nach dem Abendessen gab es eine Lesung aus Texten zu Nachhaltiger Entwicklung, die in von Elisabeth Marie Mars organisierten Schreibwerkstätten von jungen Erwachsenen und Jugendlichen verfasst wurden.

…und wie wir es gestalten

Elisabeth Marie Mars legte den TeilnehmerInnen ganz besonders das Schreiben als Methode ans Herz, denn es sei eine Ausdrucksform, die – im Unterschied zu künstlerischen Techniken wie Malen o.ä. – jeder beherrsche und somit nicht eigens erlernt werden muss. Als morgendliche Einführungsrunde stellte sie die Methode „Automatisch Schreiben“ vor, die dann gleich in der großen Runde ausprobiert wurde…und alle begeisterte.

Als zweite Schreibübung gab es die „Kamera im Kopf“. Ausgehend von Bildern, zu denen sich je 2-3 Personen zusammenfanden, suchte sich jedeR in dem Bild einen Standpunkt für seine/ihre Kamera (im Kopf). Aufgabe war es, von dieser Kameraposition aus das Bild zu beschreiben. So entstanden sehr unterschiedliche Texte, die auf beeindruckende Weise das kreative Potential in der Gruppe ans Tageslicht brachten.



Elisabeth Marie Mars rundete ihre Beiträge mit einigen Ausführungen zur Öffentlichkeitsarbeit im Kontext Globales Lernen / Bildung für Nachhaltige Entwicklung ab. In diesem Rahmen wurden durch die Gruppe auch einige Ideen entwickelt, wie der Lehrgang selbst sich interessanter in der Öffentlichkeit darstellen kann.

Ausblick

Das Wochenende endete mit einem Ausblick auf das abschließende 5. Modul (Mitte Juni 2013) und einem gemeinsamen Blick auf den derzeitigen Stand der einzelnen Projektarbeiten resp. die hier noch gebrauchten Inputs und Unterstützungen.

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