• 18.02.2013Seite Drucken

Evaluation von „Awareness for Fairness” abgeschlossen

Mitte Januar konnte die Evaluation des internationalen Projekts „Awareness for Fairness“, mit der die BGZ Berliner Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit mbH KommEnt Ende August 2012 beauftragt hatte, abgeschlossen werden.


Das Projekt

Das Projekt wurde von Anfang 2010 bis Ende 2012 von Partnerorganisationen in vier Ländern (Großbritannien, Tschechische Republik, Österreich und Deutschland / Berlin) durchgeführt und von der EU im Rahmen des EuropeAid-Programms „Non-state actors and local authorities in development“ gefördert. Neben der BGZ waren die folgenden Organisationen beteiligt:

•    in Berlin: Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung, EPIZ, KATE, GSE
•    international: Welthaus der Diözese Linz (AT), Ökumenische Akademie Prag (CZ), Leeds Development Education Centre (UK).

Awareness for Fairness“ setzte sich zum Ziel, die Idee der Fairness in sehr vielfältigen Ausprägungen bekannter und attraktiver zu machen und junge Leute an das Lernen in globalen Zusammenhängen heranzuführen. Im Rahmen verschiedener Projektangebote wurden Menschen aus Verwaltung, Schule und Zivilgesellschaft zusammengebracht sowie Möglichkeiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Lebenswirklichkeiten in Nord und Süd zu erleben, geboten.
Beispielhafte Aktivitäten in diesem Zusammenhang waren u.a:
•    der Aufbau einer nationalen Initiative für Fairtrade Kirchen, Städte und Schulen in der Tschechischen Republik,
•    die Gewinnung von vielen Schulen für die Idee der Fairtrade Schule in Leeds und Umgebung,
•    zahllose Aktivitäten in Berlin  wie u.a. die Durchführung von Schulworkshops, Stadtviertel-Aktionen, die Begleitung von Schul- und Städtepartnerschaften, die Entwicklung eines Konzepts der „Fairen Schule“,  sowie
•    die Ausarbeitung von unterstützenden Unterrichtsmaterialien in Deutsch und Englisch.

Das Projekt konnte im Laufe der Zeit eine beträchtliche Breitenwirkung erzielen, wie die Zahlen aus dem Zwischenbericht 2011 belegen. In jenem Jahr
•    waren 1.250 PolicymakerInnen aktiv einbezogen,
•    nahmen 881 Lehrkräfte, MultiplikatorInnen, NRO-AkteurInnen und VerwaltungsmitarbeiterInnen an Trainingsmaßnahmen teil, und
•    es beteiligten sich 8.570 Kinder und Jugendliche (je 50% Mädchen/Jungen, teilweise auch deren Eltern) an diversen Projektaktionen zum Globalen Lernen.

„Awareness for Fairness“ konnte während seiner Laufzeit viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Davon zeugen auch die Auszeichnungen, mit denen es im Laufe der Jahre belohnt wurde, wie u.a. der "World Aware Education Award 2010" des Nord-Süd-Zentrums des Europarates, die Auszeichnung als Modellprojekt beim Kongress "WeltWeitWissen 2011 - Grenzen überschreiten", oder auch die Auszeichnung durch die Deutsche UNESCO-Kommission als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Ablauf der Evaluation

Zur Beantwortung der in den Terms of Reference vom Auftraggeber formulierten Evaluationsfragen kamen mehrere Methoden zum Einsatz:

Dem Gutachter wurden zahlreiche Dokumente (zu Events, Trainings für LehrerInnen und MultiplikatorInnen, zum Vertrag mit der EU) sowie die im Rahmen des Projekts ausgearbeiteten Materialien für eine Dokumentenanalyse überlassen. Diese Unterlagen wurden analysiert und z.T. als Basis für die weitere Arbeit genutzt, z.T. auch direkt ausgewertet und in den Bericht übernommen.

Als zentrales Element der Evaluation wurden 22 leitfadengestützte Telefoninterviews mit zwei Gruppen von Personen durchgeführt, einerseits mit das Projekt tragenden ProjektpartnerInnen sowie andererseits mit externen Stakeholdern aus den Gruppen „LehrerInnen / MultiplikatorInnen“ sowie „PolicymakerInnen“. Hierbei ging es darum, sowohl von innen als auch von außen vertiefende Einsichten in die konkrete Praxis des Projekts zu bekommen.

Erste Rohergebnisse wurden am 17. Oktober 2012 im Rahmen eines 4-stündigen Workshops in Berlin präsentiert, an dem sieben Berliner ProjektpartnerInnen (inkl. Auftraggeber) teilnahmen. Zugleich wurde bei dieser Gelegenheit auch gemeinsam zu den Stärken und Schwächen sowie den Potenzialen des Projekts gearbeitet.

Auf Basis der genannten Datenquellen wurde ein vorläufiger Schlussbericht erstellt, welcher dem Auftraggeber und den Berliner ProjektpartnerInnen am 19. Dezember 2012 im Rahmen eines Workshops in Berlin vorgestellt wurde. Aufbauend auf den Rückmeldungen dazu wurde der definitive Schlussbericht erstellt.

Der Schlussbericht, der (noch?) nicht öffentlich zugänglich ist, enthält
Ergebnisse und Empfehlungen zu den folgenden Aktivitäten/Aspekten des Projekts:
•    Materialien
•    Trainings für LehrerInnen und MultiplikatorInnen
•    Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien
•    Politische Ebene
•    Breitenwirkung
•    Projektzusammenarbeit, sowie
•    Evaluierung / Selbstreflexion

Vom Blick zurück zum Blick nach vorne

Die Evaluation zielte stark darauf ab, Empfehlungen zur weiteren Optimierung der Arbeit und Zusammenarbeit aller Beteiligten für ein angedachtes Nachfolgeprojekt zu entwickeln.
Inzwischen wurde die EU-Förderung für das Nachfolgeprojekt mit dem Titel „Global Fairness 2013 – 2015“ genehmigt. Dieses wird unter Einbindung von zwei neuen Partnern (Leeds City Council, UK, und Artemisszió Foundation, HU) die Aktivitäten von Awareness for Fairness vertiefen und weiterentwickeln.

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