• 24.05.2012Seite Drucken

Globales Lernen beim Lehrgang „Intercultural Competence“

Am 11. und 12. Mai fand die Lehrveranstaltung zu „Globalem Lernen und Interkultureller Bildung“ im Rahmen des Lehrgangs „Intercultural Competence“ der Universität Salzburg statt. Der Interfakultäre Universitätslehrgang findet bei TeilnehmerInnen aus unterschiedlichsten Berufsfeldern jährlich großes Interesse.


Die Stärkung interkultureller Kompetenz sowie die sinnvolle Nutzung von Synergien in der Zusammenarbeit in interkulturellen Teams stehen dabei im Vordergrund. In einem Wahlmodul beschäftigen sich die Studierenden auch intensiver mit Interkultureller Kompetenz im Bildungsbereich. Seit 2008 übernimmt KommEnt das Modul zu Globalem Lernen und Interkultureller Bildung, dessen Gestaltung wesentlich von den beruflichen Hintergründen der TeilnehmerInnen abhängt. LehrerInnen, KindergärtnerInnen, SozialarbeiterInnen, PsychologInnen, JournalistInnen, Priester – sie alle haben in den letzten Jahren vielfältige Interessen, Fragen und Beiträge eingebracht.

Gespalten zwischen Offenheit und Skepsis

Nach einem einführenden Vortrag zu den wichtigsten Herausforderungen einer globalisierten Welt an eine zeitgemäße Bildung am Freitag Abend erlebten die TeilnehmerInnen am Samstag Facetten des Bildungskonzepts „Globales Lernen“ in aktiver Form. Im Fokus standen Möglichkeiten zur Veranschaulichung der Komplexität globaler Fragen und Entwicklungen. Als Grundlage diente u. a. die Publikation „Unser kleines Dorf“ von Andreas Exenberger, Josef Nußbaumer und Stefan Neuner, die zentrale Informationen und Daten zur Weltentwicklung auf ein Dorf mit 100 EinwohnerInnen berechnet.

Die globalisierte und vernetzte Welt bildet längst den Hintergrund unseres Alltagslebens, das eigene, vielfältige Eingebundensein in globalisierte Lebenswelten ist auch für die Studierenden des Lehrgangs Realität. In ihrer Reflexion sprachen sie die Zwiespältigkeit zwischen Offenheit und Chancen von globalisierten Lebenszusammenhängen und ihrer Skepsis angesichts der weltumspannenden Fehlentwicklungen an. Im Sinne des Globalen Lernens betonte Heidi Grobbauer, dass Globalisierung als gestaltbare Entwicklung wahrzunehmen ist. Die Möglichkeiten und Grenzen individueller Mitgestaltung wurden in der Lehrveranstaltung kurz diskutiert. Um das für interkulturelle Kompetenz zentrale Erfordernis nach Dialog und Dialogfähigkeit bei differierenden Sichtweisen gleich praktisch zu erproben, wurde in Arbeitsgruppen zu zentralen Begriffen globaler gesellschaftlicher Entwicklung gearbeitet (Gerechtigkeit; Macht – Ohnmacht – Gegenmacht).

Kultur – ein umstrittener Begriff

Am Nachmittag standen eine kurze Einführung in die Entwicklung interkultureller Pädagogik in Österreich sowie eine vertiefte Auseinandersetzung mit Kulturbegriffen und -konzepten am Programm. Dabei ging es nicht um eine weitere theoretische Vertiefung, sondern viel mehr um die Frage, welche Bilder haben Menschen im Kopf, wenn sie von Kultur sprechen und wie kann theoretisches Wissen in der Bildungsarbeit auch in praxisorientierte Methoden umgesetzt werden. Wie Kulturalisierung und kulturelle Zuschreibungen im Alltagsleben „funktionieren“ wurde anhand des Kurzfilms „Noch Fragen“ anschaulich.

Die Studierenden haben sich mit viel Interesse, Engagement, Kompetenz und Wissen eingebracht, in der kurzen Zeit konnten aber viele Themen nur angerissen werden. Wie so oft blieb am Ende der Veranstaltung noch vieles ungesagt, was Zielsetzungen, Möglichkeiten und Facetten des Globalen Lernens betrifft.

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