Weiterbildung - Termine

14.11.2013 , 10:00 - 17:00 Uhr

TAGUNG GLOBALES LERNEN - POTENZIALE & PERSPEKTIVEN. ÖKONOMISCHE KRISEN & ZUKUNFTSFÄHIGE BILDUNG


BMUKK, Pädagogische Hochschule Wien, Austrian Development Agency (ADA) und Strategiegruppe Globales Lernen laden ein zur

Bundes-Fachtagung 2013
Globales Lernen – Potenziale und Perspektiven
Ökonomische Krisen & zukunftsfähige Bildung

Wann?
Donnerstag, 14. November 2013

10.00 bis 17.00 Uhr


Wo?
Europahaus Wien

Linzerstraße 429, 1140 Wien

Unsere Lebensbereiche sind heute von einer durchgehenden Ökonomisierung geprägt, ökonomische Parameter bestimmen politische Prozesse und Entscheidungen. Zukunftsfähige Entwicklung setzt jedoch voraus, Ökonomie mit Politik und Gesellschaft in Einklang zu bringen und ökonomisches Handeln nicht isoliert zu betrachten. Die anhaltende weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise sowie die Zunahme sozialer Ungleichheiten und daraus resultierender Spannungen machen ebenso wie ökologische Gefährdungen deutlich, dass ein Paradigmenwechsel notwendig ist.
Um heute globale Entwicklungen, Abhängigkeiten und Erfordernisse nationaler Politik verstehen und als politisch mündige BürgerInnen agieren zu können, braucht es einerseits den kosmopolitischen Blick und anderseits ökonomisches „Strukturwissen“ und politisch-ökonomische Analyse- und Urteilskompetenz. Globales Lernen strebt dabei auch die Auseinandersetzung mit der Vormachtstellung des Ökonomischen und die Frage nach sozialem Zusammenhalt, globaler Gerechtigkeit, Solidarität und Gemeinwohl an. Wie können diese Fragen in den Unterricht einfließen und die Orientierung junger Menschen unterstützen? Welches Wissen brauchen LehrerInnen/ SchülerInnen, um politisch-ökonomische Analyse-, Urteils- und Handlungskompetenzen zu entwickeln?  
Ziel der Tagung ist es, zum Nachdenken über politisch-ökonomische Bildung als Querschnittsaufgabe von Unterricht nachzudenken und gemeinsam Perspektiven für Lehren und Lernen im Kontext der „Weltgesellschaft“ zu entfalten.

PROGRAMM


10.00 Begrüßung und Einführung:

•    SC Mag. Hanspeter Huber (BMUKK)
•    Dr. Helmuth Hartmeyer (ADA und GENE)

10.30 – 12.30: Vortrag

Dr. Gerd Steffens (Univ. Kassel, em. Prof. f. politische Bildung)

Die Krise als Lerngelegenheit? – Politisch-ökonomische Bildung in einer Zeit der Umbrüche

Eine an der Welt interessierte politische Bildung – welchen Herausforderungen steht sie gegenüber, welche Inhalte braucht sie, welche Fragen stellt sie? Ist die Krise eine Lerngelegenheit und welche gesellschaftlichen Lernprozesse sind erforderlich?
Der Vortrag setzt sich mit aktuellen Krisenphänomenen auseinander, fragt nach den notwendigen Systemveränderungen und den Herausforderungen für eine zeitgemäße Bildung.

Gerd Steffens lehrte bis 2007 politische Bildung und ihre Didaktik an der Universität Kassel. Arbeitsschwerpunkte: Gesellschaftswissenschaftliche Voraussetzungen politischer Bildung; Politische Ökonomie und politische Bildung; Mitherausgeber des „Jahrbuchs für Pädagogik“; zahlreiche Veröffentlichungen zu Didaktik politischer Bildung.


12.30 – 14.00 Mittagspause (Buffet)


14.00 – 16.30 Uhr Arbeitsgruppen

AG 1: Ist der Homo Oeconomicus gesellschaftsfähig?

Dr. Gerd Steffens (Univ. Kassel, em. Prof. f. politische Bildung)
Dr. Georg Tafner (Religionswissenschafter; Wirtschaftspädagoge an der Univ. Graz)

Welche bildungstheoretische und didaktische Botschaft vermittelt die Vormachtstellung des Ökonomischen?  Wie prägen die vorherrschenden Denkansätze der Ökonomie  Welt- und Selbstwahrnehmung, welche Alternativen könnte es geben? Warum ist die Frage nach den Denkansätzen so fundamental für Grundmuster sozialer Beziehung und Bildung?

AG 2: Ökonomie unterrichten – multiperspektivisch und differenziert

Dr. Johannes Jäger (Fachhochschule des BFI Wien, Lektor an der Universität Wien)
Mag.a Barbara Schöllenberger (Verein Joan Robinson zur Förderung frauengerechter Verteilung ökonomischen Wissens)

Welches Verständnis von Ökonomie prägt den Unterricht? Qualitätsvolle ökonomische Bildung soll auf wissenschaftlichem und weltanschaulichem Pluralismus basieren, unterschiedliche Denkmodelle darstellen und Kontroversen reflektieren sowie alternative Entwicklungswege diskutieren. Die AG fragt nach Möglichkeiten für mehrperspektivischen Ökonomie-Unterricht und verweist dabei auch auf ein erweitertes Verständnis von Ökonomie, das meist ausgeblendete Bereiche (z. B. die Care-Ökonomie) sichtbar macht und die Rolle von Frauen als ökonomische Akteurinnen berücksichtigt.

AG 3: Dilemmata diskutieren – Werturteile bilden
Mag.a Barbara Mayerhofer (Univ. Salzburg, Fachdidaktik für Geographie- und Wirtschaftskunde; Lehrerin am BORG Nonntal)

Die Entwicklung von Urteils- und Handlungskompetenz der SchülerInnen erfordert  Sachwissen und Möglichkeiten zur multiperspektivischen und kritischen inhaltlichen Auseinandersetzung. Das innovative Unterrichtsmodell VaKE (Values and Knowledge Education) stellt die Diskussion von Dilemmata in den Mittelpunkt von Lernprozessen und unterstützt so die Entwicklung von Werturteilskompetenz. Die AG bietet einen praxisorientierten Einblick und zeigt Möglichkeiten für politisch-ökonomische Bildung und Globales Lernen. (Sekundarstufe)

AG 4: Wem gehört die Natur? Philosophieren mit Kindern
Sinan von Stietencron, M.A. (Akademie Kinder philosophieren, München)

Wie wollen wir leben? Was brauche ich zum Leben? Wieviel ist genug? Wem gehört die Natur? Kinder können zum gemeinsamen Nachdenken über solche Fragen angeregt werden – über Mensch und Natur, über Verteilung, Ressourcen(knappheit), Konsum oder auch darüber, wie sie gerne leben wollen und welche Zukunft sie sich wünschen.
Mit Kindern über die Zukunftsfähigkeit unserer Entwicklung philosophieren und dabei auch Fragen politisch-ökonomischer Bildung ansprechen, gelingt schon in der Volksschule. Der Workshop gibt eine Einführung in das Philosophieren mit Kindern. (Volksschule)

AG 5: Soziale Ungleichheiten – ein Thema im Unterricht?
Mag.a Erika Tiefenbacher (Direktorin der NMS 18)
MMag. Sebastian Howorka (Projekt Ungleiche Vielfalt)

Vieles trennt SchülerInnen einer Klasse: Bildungsvoraussetzungen und Lernchancen, Migration und Diskriminierungserfahrungen, Beschäftigungsverhältnisse und Einkommen der Eltern, Geschlecht und geschlechtsbedingte Rollenzuschreibungen. Anerkennung und Selbstwert von Kindern und Jugendlichen hängen an all diesen Faktoren. Soziale Ungleichheiten betreffen individuelle Lebenschancen, gleichzeitig resultieren sie aus strukturellen Beschränkungen und stellen gesellschaftliche Probleme dar.
Wie gehen LehrerInnen und SchülerInnen mit spürbaren ungleichen Lebenschancen um, die durch Bildung kaum aufgehoben werden? Kann Schule zum Lernfeld für gesellschaftlichen Zusammenhalt werden und SchülerInnen im Umgang mit sozialen Differenzen Empowerment erfahren?


16.30 Uhr Zusammenfassung und Ausblick


17.00 Uhr Ende der Fachtagung 2013

 
Zielgruppen:
LehrerInnen aller Schultypen und Schulstufen
Lehramtsstudierende
Lehrende in der LehrerInnen-Bildung
Studierende
MitarbeiterInnen aus NGOs

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei.

Anmeldungen für Lehrpersonen:
PH Wien ; Inskriptionsnummer: 3100182202
Achtung Anmeldefrist: 27.9. – 9.10.2013
Bitte geben Sie auch ihre bevorzugte AG unter der Adresse office@komment.at an.

Anmeldung für Nicht-LehrerInnen:
Bitte melden Sie sich mit Ihrem Namen, Ihrer Adresse und Angabe der bevorzugten Arbeitsgruppe bis 7. November unter folgender Adresse an: office@komment.at

Kontakt: Dr.in Heidi Grobbauer
heidi.grobbauer@komment.at
 




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