• 29.10.2019Seite Drucken

Bundesfachtagung in Wien am 18.+19.10.2019

Globale Agenda 2030 – Engagement und Verantwortung für eine solidarische Zukunft


Am 18. und 19. Oktober 2019 veranstaltete die Strategiegruppe Globales Lernen, in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Wien, dem BMBWF und der ADA zum 7. Mal die Bundesfachtagung Globales Lernen – Potenziale & Perspektiven.

Die ethischen Dimensionen der 17 Nachhaltigkeitsziele und der Zusammenhang von Engagement und Lernerfahrungen standen dieses Jahr im Fokus des Tagungsprogramms. Viele (junge) Menschen sind sich der globalen Herausforderungen bewusst und suchen nach Wegen für konkrete Beteiligung und Engagement. Globales Lernen hat die Aufgabe, jene Kompetenzen zu stärken, die für demokratisches Handeln und politische Partizipation – auch in globalen Fragen – notwendig sind.

Wie und wodurch können Menschen motiviert werden, um sich für die Erreichung der SDGs einzusetzen? Welche Beispiele gibt es für eine Pädagogik, die die ethischen Aspekte globaler Dilemmata thematisiert und wo liegen dabei die Herausforderungen und besonderen Möglichkeiten? Karen Pashby, Ph.D., von der Manchester Metropolitan University (School of Childhood, Youth and Education Studies und Education&Social Research Institute) griff diese Fragen in ihrem inspirierenden Vortrag auf. Pashby gab einen Überblick über neue konzeptionelle Entwicklungen in Global Citizenship Education und zeigte anhand ihrer Forschung im Bereich Global Citizenship Education (GCED), welche Herangehensweisen LehrerInnen in England, Finnland und Schweden entwickelt haben. Dabei betonte sie die Wichtigkeit gut ausgebildeter Lehrkräfte, die über Kompetenzen für den Unterricht zu globalen Herausforderungen verfügen müssen.

Dr.in Heidi Grobbauer (Strategiegruppe Globales Lernen/KommEnt) näherte sich in einem Kurzvortrag den Dilemmata, die mit dem Anspruch an globale Gerechtigkeit und gemeinsame Verantwortung verbunden sind. Sie skizzierte die Spannungsfelder, in denen sich Global Citizenship Education inhaltlich bewegt, sowie die Spannungsfelder individueller und kollektiver Verantwortung. Die Übernahme gemeinsamer Verantwortung auch in Bezug auf globale Herausforderungen scheint oft überfordernd. Ein genauerer Blick auf die Frage, wofür können wir in unseren jeweiligen Funktionen Verantwortung übernehmen, kann zu Klärung und Entlastung beitragen.

Abgerundet wurde der erste Veranstaltungstag durch eine Podiumsdiskussion zum Thema: „Soziales Engagement als Lernprogramm?“. Die vier TeilnehmerInnen, Mag.a Stephanie Deimel, M.A. (boja), Mag.a Elisabeth Hueber-Mascherbauer (Private Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz), Jeannine Zimmermann (Teilnehmerin des Projekts Service Learning der PH Wien) und Pedram Dersch, BSc (Fridays For Future), sind entweder selbst in einem Projekt bzw. in einer Organisation eingebunden, das/die Lernen und Engagement verbindet und/oder befassen sich wissenschaftlich mit der Thematik. Die Moderation übernahm Dr.in Irmgard Kirchner, ehemalige Chefredakteurin des Südwind-Magazins.

Den Gedanken „Lernen-Engagement-Verantwortung“ nahm Dr.in Claudia Fahrenwald, von der PH Oberösterreich, am zweiten Tag der Veranstaltung in ihrer Key Note auf.

Claudia Fahrenwald beschäftigt sich in Forschung und Praxis mit Lernen durch Engagement. Ausgehend von bildungswissenschaftlichen Grundlagen (Politische Bildung, Demokratiepädagogik, (Global) Citizenship Education) gab sie einen Einblick in den Bildungsansatz „Lernen durch Engagement (Service Learning)“ und die grundlegenden Qualitätskriterien. Die Übernahme sozialer Verantwortung und die systematische Reflexion damit verbundener Lernerfahrungen findet zunehmend auch in Schulentwicklungsprogrammen und Ausbildungsprogrammen für Studierende Beachtung. Sensibilisierung für Verantwortung im nahen Umfeld und das Bewusstsein für Verantwortungsdimensionen in globalen Fragen hängen eng zusammen.

Die Einblicke von Fr. Dr.in Fahrenwald in Qualitätskriterien von Service Learning und den Bezug zu Schulentwicklung konnten in einem anschließenden Workshop noch vertieft werden. Neben diesem gab es vier weitere Arbeitsgruppen: Welche Möglichkeiten haben LehrerInnen, um GCED in den Ethik Unterricht einzubauen? (Michael Jenner/Edward Szarzynski, GRG Anton Baumgartner Straße, Wien) Olivia Tischler, von Südwind Wien stellte im Workshop „Weltklasse unterrichten“ Unterrichtsmaterialien vor, die es ermöglichen, im Fachunterricht Fragen globaler Gerechtigkeit einzubauen. Des Weiteren gab es ein Workshop zur Förderung von Kindern im Volksschulalter als aktive Mitglieder unserer Gesellschaft, die ein Bewusstsein für demokratische Prozesse entwickeln und Verantwortung in ihrem Wirkungsradius übernehmen (Carolina Pricher, Baobab) und das Angebot, zusammen mit Heidi Grobbauer, den Gedanken der globalen Verantwortung als (Welt-)Bürgerpflicht oder Überforderung aus dem Kurzvortrag vom Freitagabend aufzunehmen und zu diskutieren.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von einer Ausstellung, die Projekte zu Engagement und Solidarität in einer globalisierten Gesellschaft präsentierte. Sie wurde von den Organisatorinnen der Pre-Conference zu Service Learning arrangiert, die von Studierenden der PH Wien für Studierende, am Freitagvormittag, veranstaltet wurde.

 

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